VfL-Geschäftsführer Röttgermann verteidigt Logo-Entscheidung
Wolfsburg Der VfL Wolfsburg hält nach langen Diskussionen an seinem aktuellen Vereinslogo fest. Geschäftsführer Thomas Röttgermann sagte am Donnerstag warum.
„Jede Entscheidung hätte Enttäuschte zurückgelassen. Aber es hat keine Mehrheit bei den Fans für eine neuerliche Änderung des Wappens gegeben. Wir sind zu 100 Prozent sicher, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben“, sagte Röttgermann bei einer Pressekonferenz des Klubs zu diesem Thema. Das hätten sowohl eine repräsentative Befragung der Wolfsburger Anhänger sowie zahlreiche Gruppengespräche ergeben. „Das Zinnen-Wappen wird als Teil der VfL-Historie geschätzt. Das neue Logo wird aber noch positiver bewertet und vor allem von unseren vielen jungen Anhängern mit dem Gewinn der Meisterschaft 2009 in Verbindung gebracht“, sagte Röttgermann.
In den vergangenen Monaten hatte es beim VfL eine intensive und teilweise sehr hitzige Diskussion um das Vereinswappen gegeben. Nachdem VfL-Leichtathlet Sven Knipphals bei einem Wettkampf mit dem Zinnen-Logo gestartet war, hatte sich eine Fan-Initiative gegründet, die die Rückkehr zum 2002 abgeschafften Wappen forderte. Die Entscheidung der Geschäftsführung, diesem Ansinnen nicht zu folgen, teilte Röttgermann etwa 80 Fans bereits am Mittwochabend in einer mehr als dreistündigen Aussprache mit. Obwohl sich der Geschäftsführer von Fan-Seite auch einige Vorwürfe anhören musste, sieht er die Veranstaltung im Rückblick positiv. „Es war für mich eine sehr angenehme Veranstaltung, weil wir sehr konstruktiv und offen diskutiert haben. Wie miteinander umgegangen wurde, war für mich sehr positiv.“
Der Geschäftsführer räumt aber auch Fehler in dem Dialog mit den Fans ein. „Die Kommunikation lässt sich sicherlich noch verbessern“, sagte Röttgermann, der in den vergangenen Wochen von einzelnen Fangruppen auch persönlich angegriffen wurde. Das führt er aber vor allem auf Missverständnisse zurück. „Unsere Entscheidung ist später gefallen, als wir uns das vorgenommen hatten. Eigentlich wollten wir sie bereits im März bekanntgeben. Doch bereits die Evaluierung zog sich länger hin“, so Röttgermann. Einige Kritiker hatten deshalb eine Hinhalte-Taktik der VfL-Geschäftsführung vermutet. Dem widersprach Röttgermann vehement. „Wenn wir eine vorgefasste Meinung gehabt hätten, hätten wir uns die ganze Evaluierung sparen können“, meinte er.
Letztlich sei die Diskussion um das Logo der Anstoß gewesen, das alte Zinnenwappen wieder mehr in das alltägliche Erscheinungsbild zu integrieren. So sollen in den nächsten Monaten einige Maßnahmen umgesetzt werden, die diesem Teil der VfL-Geschichte Rechnung tragen. Das alte Logo soll beispielsweise bei historischen Texten auf der Internetseite des VfL, bei den Fahnenträgern vor den Bundesliga-Spielen sowie in der Wolfsburger Traditionsmannschaft zum Einsatz kommen.



