Magath schickt „Wölfe“ in den Wald
2012-02-20T19:59:26+0100Wolfsburg VfL-Trainer Felix Magath gibt sich nach der Pleite gegen Schalke gnadenlos: Laufen, Fehler analysieren – und kein freier Tag.
Das war noch schlimmer als das frühe Aufstehen: Die Profis des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten mussten sich noch einmal die 0:4-Pleite in Schalke auf Video ansehen. Zudem strich ihnen VfL-Trainer Felix Magath den freien Tag für diese Woche.
Um kurz nach 9 Uhr verließen gestern Morgen vier VW-Bullis die Tiefgarage der VW-Arena. Ziel war das Hasselbachtal. Dort scheuchte Magath seine Spieler eine Stunde durch den Wald. „Es ging intensiv zur Sache“, sagte Neuzugang Giovanni Sio.
Und es wurde noch intensiver. Nach der Rückkehr führte Magath seinen Spielern noch einmal die gröbsten Fehler vor Augen. „Der Trainer war dabei ruhig und sachlich. Wir sind einige Szenen noch einmal durchgegangen. Wir wissen, dass wir schlecht verteidigt haben“, erklärte Sio, der nach 29 Minuten für Makoto Hasebe in die Partie gekommen war. Auch Mittelfeld-Abräumer Petr Jiracek zeigte sich selbstkritisch: „Unsere Organisation lief schief. Jeder hat sich nur auf den anderen verlassen. Schalke hat einen guten Kader. Da werden Fehler sofort bestraft.“
Das taten die Schalker. Und wunderten sich hinterher, dass es ihnen so leicht gemacht wurde. Trainer Huub Stevens meinte: „Wir hatten einen dankbaren Gegner. Wolfsburg war schlecht. Wir haben alle Fehler ausgenutzt. Wir hätten unsere Chancen allerdings noch besser nutzen müssen.“
Mit vier mickrigen Punkten sind die Wolfsburger das schwächste Auswärtsteam der Liga. Warum es auf des Gegners Platz fast immer nur Niederlagen setzt, dafür hat Jiracek auch keine Erklärung: „Für mich macht es keinen großen Unterschied, ob wir auswärts oder zu Hause spielen.“ Kollege Sio ergänzte: „Wir müssen das schnell ändern und bald damit anfangen, auswärts etwas zu holen.“
Magath war bereits nach dem Spiel am Sonntag hart mit seiner Mannschaft ins Gericht gegangen. Gestern wollte der VfL-Trainer öffentlich nicht weiter nachlegen. Er ließ Taten sprechen und setzte für heute eine Trainingseinheit an. Ursprünglich sollte der Tag frei sein.
„Wir hatten die Hoffnung, dass in der Rückrunde alles besser wird. Jetzt sind wir aber wieder dort, wo wir in der Hinrunde waren“, klagte Magath und schrieb die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb vorerst ab: „Nach einer so desolaten Leistung kann ich kein neues Ziel ausgeben.“
Jiracek will sich damit indes noch nicht abfinden. „Wir wollen international spielen. Das bleibt unser Ziel.“ Mit Leistungen wie in Schalke bleibt dieses Ziel aber wohl nur ein Traum.

