Die VfL-Fans versuchen es mit Galgenhumor
2012-02-21T21:41:01+0100Wolfsburg Beim Stand von 0:4 verließen viele Wolfsburger Fans auf Schalke frustriert den Gästeblock.
Doch die quälende Auswärtsschwäche ihres Teams war gar nicht der Grund. Vielmehr ergehen sich die Anhänger in Galgenhumor.
Wie erst jetzt bekanntwurde, hatte das Abwenden vom Spiel in Gelsenkirchen keine sportlichen Gründe. Vielmehr solidarisierten sich die Wolfsburger Ultras mit einem 17-jährigen VfL-Fan, den die Polizei verdächtigte, zu Spielbeginn Rauchpulver gezündet zu haben.
Nach langen Verhandlungen mit den Fanbeauftragten und dem Fanprojekt stellte sich der junge Mann schließlich den Beamten, die schon zum Zugriff bereit vor dem Block gewartet hatten. Der 17-Jährige bestreitet die Vorwürfe, seine Personalien wurden dennoch aufgenommen, und er bekam am Sonntag ein eintägiges Hausverbot. Darauf rollten die Ultras ihre Fahnen ein und gingen vorzeitig.
Ansonsten kanalisierte sich der Auswärtsfrust eher durch bitteren Humor. Gesänge wie „Stadiongehen ist schön, auswärts fahren, Sch... sehen“, „Wir fahren weit, wir fahren viel. Und wir verlieren jedes Spiel“ waren zu hören.
Mit ernsthaften Protesten oder einem Boykott ihrer Anhänger müssen die VfL-Profis jedoch erst einmal nicht rechnen. „Das muss jeder für sich selber wissen. Aber bei wirklichen Fans könnte ich so etwas nicht nachvollziehen“, sagt Abwehrspieler Alexander Madlung, der am Samstag gegen Hoffenheim (15.30 Uhr, VW-Arena) ohnehin Versöhnliches anbieten will. „Wenn wir gewinnen, werden die Fans nicht sauer sein.“
Die schlechten Leistungen der Vergangenheit in der Fremde haben allerdings durchaus Wirkung auf die Zahl der Wolfsburger Auswärtsfahrer. Zumindest, wenn man das Superjahr 2009 zum Vergleich nimmt. „Natürlich steigt die Karten-Nachfrage plötzlich enorm, wenn wir mal achtmal hintereinander gewonnen haben. Aber an der Größe des harten Kerns hat sich nichts verändert“, sagt Fanbeauftragter Michael Schrader. „Wer jetzt mit uns auswärts fährt, lässt sich von schlechten Ergebnissen nicht davon abhalten. Die Liebe zum VfL ist bei den Leuten größer.“

