Darf Diego nicht mit nach China?
Wolfsburg Auf der VfL-Reiseliste für den Werbetrip nach China wird ein prominenter Name wohl fehlen: Diego soll währenddessen in Wolfsburg weiter trainieren.
Wenn sich der Tross des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg am Dienstag auf den Weg nach China macht, dürfte ein prominenter Name auf der Reiseliste fehlen. Nach Informationen unserer Zeitung wird Diego die Werbetour ins Reich der Mitte nicht mitmachen. Offiziell bestätigen will Felix Magath den VfL-Kader für die China-Reise (24.-30.7.) noch nicht. „Wir geben die Mannschaft, die nach China fliegt am Montagabend oder erst Dienstag bekannt“, sagt er.
Klar ist: Die Wolfsburger werden die Reise nicht mit dem kompletten Kader antreten. Das hatte Magath bereits im ersten Trainingslager in Glücksburg an der Ostsee angekündigt, in das der VfL mit 28 Spielern gefahren war. „Nach China werden wir etwa in der Mannschafts-Stärke wie hier reisen“, so der VfL-Trainer damals. Das bedeutet, dass neben den verletzten Vieirinha und Felipe Lopes sowie den Olympia-Fahrern Diego Benaglio und Ricardo Rodriguez, noch mindestens drei Spieler des 35-Mann-Kaders damit rechnen müssen, in Wolfsburg zu bleiben.
Treffen wird es wohl vor allem Spieler, die auf der Verkaufsliste stehen und bei einem passenden Angebot gehen können, wie etwa Simon Kjaer oder Patrick Ochs. Und eben Diego. Denn dass der Mittelfeldspieler in Magaths Planungen keine Rolle mehr spielt, wurde spätestens beim offiziellen Fototermin am Mittwoch deutlich. Wie bei den anderen Spielern die den VfL verlaseen können, fehlte auch beim Brasilianer eine Rückennummer und der Name auf dem Trikot, dabei wäre Diegos geliebte Stammnummer 28 in Wolfsburg noch zu haben. „Es ist mir egal, mit welcher Nummer Diego hier rumläuft“, sagte Magath dazu lediglich.
Nach den ersten Trainingseinheiten setzte es dazu auch heftige Kritik des Trainers am Fitnesszustand des 27-Jährigen, der sich zuletzt wegen einer Patellasehnenverletzung in seiner Heimat behandeln lassen musste. „Hatten sie das Gefühl, dass er alles in Grund und Boden läuft? Ich nicht“, wurde Magath in der Bild-Zeitung nach der ersten Laufeinheit des Brasilianers am Dienstag zitiert.
Am gestrigen Freitag trainierte Diego zwar wieder mit der Mannschaft, zu seiner persönlichen Situation wollte er sich aber nicht äußern. „Jetzt ist dafür nicht der richtige Zeitpunkt“, sagte er. Möglich, dass Diego, der sich gewöhnlich in jeder Situation der Presse stellt, auch einfach nur enttäuscht war. Denn in Brasilien endete gestern Abend die Frist für Transfers aus dem Ausland. Die Tür zur Rückkehr in die Heimat ist damit also erst einmal zu.
So bleibt Diego vorerst nur die Hoffnung, dass sich doch noch ein Interessent aus Europa findet. Sein Ex-Klub Atletico Madrid, mit dem er sich immerhin schon auf Vertragsdetails geeinigt hat (wir berichteten) hat zwar offiziell jegliche Hoffnung auf seine Verpflichtung aufgegeben. Im Hintergrund wird aber weiterhin fieberhaft an einer Verpflichtung gearbeitet. Und da Diego nicht mit nach China fährt, könnte es mit dem Transfer dann doch noch ganz schnell gehen.
