Eine „volle Truhe“ – ein nervenstarker Favorit
Isenbüttel Der sportliche Sieger hieß Lupo/Martini Wolfsburg. Der große Gewinner aber war Artem Schur.
Denn das Fußball-Benefizturnier, das der MTV Isenbüttel gestern zugunsten seines schwer erkrankten Stürmers ausrichtete, war ein voller Erfolg.
„Die Truhe ist voll – ich bin absolut zufrieden. Es sind viele Mannschaften hier hergekommen, um für Artem zu spenden“, sagte Schurs Mannschaftskollege Heinrich Worms. Und damit meinte er eben nicht nur die vier Teams, die am Turnier teilnahmen und nicht mit leeren Händen gekommen waren. Nein, auch andere Vereine wie die SV Gifhorn, der SSV Kästorf, MTV Hattorf oder „Spartak Kästorf“ waren für den guten Zweck zumindest finanziell bei der Sache.
Dabei ging es Worms und seinen Mitstreitern keineswegs „nur“ ums Materielle. „Es ist viel wichtiger, Artem zu zeigen, dass wir alle hinter ihm stehen. Und so wie es aussieht, geht es ihm auch besser“, sagte Heinrich Worms, dem die Kulisse von „rund 300 Zuschauern“ sehr gut gefiel.
Unter ihnen war eben auch der Mann, um den es diesmal vor allem ging: Artem Schur. Der 30-jährige Angreifer war erst am Donnerstag nach vier Wochen aus der Reha zurückgekehrt – und freute sich über „viele bekannte Fußballgesichter“, die er an der Hehlenriede sah. „Danke an alle, die heute dabei sind. An erster Stelle muss ich da natürlich den MTV Isenbüttel nennen“, erklärte Schur, der sein „Wunschfinale“ zu sehen bekam.
Schurs Bezirksligateam MTV Isenbüttel traf auf Oberligist Lupo/Martini Wolfsburg, die ehemalige Mannschaft des Angreifers. „Lupo liegt mir noch immer sehr am Herzen – ein toller Verein“, sagte Schur kurz vor dem Anpfiff.
Auf dem Platz sah es zunächst so aus, als sollte der Favorit seiner Rolle locker gerecht werden. Steffen Erkenbrecher köpfte bereits nach sechs Minuten zur Lupo-Führung ein. Doch nach einer sehenswerten Kombination, ausgehend von Sascha Benke, erzielte Valeri Renz (27.) noch den 1:1-Ausgleich für Isenbüttel. Und dabei blieb es auch, da sowohl Anton Dietz als auch Steffen Erkenbrecher nur den Pfosten trafen. Das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen, und da siegte Lupo mit 5:4.
Allerdings hatten die Wolfsburger den Vorteil gehabt, sich vom Punkt aus vorher eingeschossen zu haben. Denn schon im Halbfinale gewann der Oberligist im Elfmeterschießen. Wiederum hatte Steffen Erkenbrecher die Führung erzielt, ehe mit dem Abpfiff Sascha Glawé das 1:1 für Landesligist BSV Ölper gelungen war. Und auch dieses Elfmeterschießen endete 5:4 für Lupo.
Im anderen Halbfinale hatte der MTV Isenbüttel den ersatzgeschwächten Kreisligisten MTV Wasbüttel beim 4:0-Erfolg „überrollt“, wie Co-Trainer Eduard Menner es ausdrückte. Naglis Juknewitschius (4.), Marian Meinecke (15., 39.) und André Brömel (30.) schossen den klaren Sieg heraus. „Wir sind rundum zufrieden. Spielerisch war das ordentlich“, sagte Menner.
Die Wasbütteler steckten diese Niederlage jedoch gut weg: Im Spiel um Platz 3 führte der MTV zwischenzeitlich sogar mit 2:1 gegen Ölper durch Treffer von Jan Ehmling und Christian Balzereit. Doch Toni Renelli, der bereits zum 1:0 für den BSV getroffen hatte, und Sascha Glawé sorgten noch für den 3:2-Erfolg des Favoriten.
„Artem ist echt ein super Typ. Für mich war es ein besonderes Anliegen, hier heute mitzuspielen. Und es ist völlig nebensächlich, wer gewonnen hat“, betonte Lupo-Torjäger Steffen Erkenbrecher und fügte hinzu: „Es ging darum, ihm zu zeigen, dass er nicht alleine ist.“

