Chelseas Helden lassen sich in Londons Straßen feiern

London  Wie eine riesige Kühlerfigur platzierten Didier Drogba und seine Mannen den Champions-League-Pokal auf der Brüstung ihres blauen Doppeldeckerbusses.

Tausende Londoner feierten ihr Team.

Foto: Tal Cohen

Tausende Londoner feierten ihr Team. Foto: Tal Cohen

Bei einer gut halbstündigen Parade durch die Straßen des noblen Londoner Westens ließen zehntausende Chelsea-Fans ihre Helden von München hochleben. Ausgerechnet der tiefgläubige Matchwinner von der Elfenbeinküste erwies sich am Mikrofon als «Feierbiest» genauso sicher wie vom Elfmeterpunkt. «We are the Champions», stimmte Drogba stimmgewaltig an.

Erfolgscoach Roberto Di Matteo wurde vom Einheizer auf dem Bus extra vorgestellt: «Hier sehen Sie den Trainer der den englischen Pokal gewonnen hat, hier sehen Sie den Trainer, der die Champions League geholt hat», schallte es durch Chelsea. Das musste auch Club-Eigner Roman Abramowitsch gehört haben, der anstelle der Notlösung Di Matteo für die nächsten Saison lieber einen großen Namen auf der Bank haben will. Eine Entscheidung ist nach Angaben der Club-Verantwortlichen aber noch nicht gefallen.

Bereits unmittelbar nach Drogbas verwandeltem Elfmeter war es in Londoner Pubs zu Jubelszenen gekommen. Tausende Anhänger des Großstadtclubs verwandelten den Westen der Stadt in ein Meer aus blau-weiß karierten Fahnen. Obwohl London neben dem FC Chelsea mit dem FC Arsenal und Tottenham Hotspur weitere Topclubs hat, konnte noch keiner der Vereine bisher die wichtigste europäische Fußball-Trophäe erringen.

Im Nord-Londoner Stadtteil Tottenham herrschte dagegen Trauerstimmung. Die Spurs hätten als Vierplatzierter der Premier League noch eine Chance auf die Champions League Qualifikation gehabt, wenn Chelsea das Finale in München verloren hätte. So werden im nächsten Jahr neben dem Titelverteidiger Meister Manchester City sowie Manchester United und der FC Arsenal in der Königsklasse antreten.

Für Irritationen hatte im Vorfeld gesorgt, dass die Club-Bosse um den milliardenschweren Eigner Roman Abramowitsch die Siegesparade schon angekündigt hatten, als das Spiel noch nicht einmal angepfiffen war. Das Selbstbewusstsein hatte sich als berechtigt erwiesen. (dpa)

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