Poker eröffnet: Kann der EHC Hospelt halten?
Wolfsburg Vom Talent zum DEL-Star: Kai Hospelt. Mit ihm möchte der EHC Wolfsburg vorzeitig verlängern. Aber es wird schwer, denn die Top-Klubs wollen ihn auch.
Wird es die Abschiedssaison des besten deutschen Eishockey-Profis des EHC? Ein Jahr besitzt Kai Hospelt noch Vertrag bei Wolfsburgs Eishockey-Erstligist. Hinter den Kulissen tobt aber schon der Poker um den Mittelstürmer.
„Wir werden Kai die Entscheidung so schwer wie möglich machen“, hat Charly Fliegauf unlängst angekündigt. Was der EHC-Sportdirektor meint, ist, dass die Grizzlys Hospelt einen neuen, noch besser dotierten Vertrag angeboten haben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie ihm das höchste Jahresgehalt bieten, das je ein Profi in Eishockey-Wolfsburg verdient hat. Für die deutschen Spieler trifft es allemal zu. Die Offerte dürfte gut über 100 000 Euro liegen. Für DEL-Verhältnisse ist das viel.
Hospelt zählt zu den begehrtesten Profis der Deutschen Eishockey-Liga. Mit seinen 26 Jahren hat er schon 488 DEL-Spiele (96 Tore, 115 Assists) auf seinem Konto. Außerdem zählt er zum Kapitänsteam der deutschen Nationalmannschaft und war 2011/2012 Top-Torjäger und Spieler des Jahres in der DEL. Die ganze Liga würde ihn jagen, wenn er nicht für die meisten Klubs unbezahlbar wäre. Aber wirtschaftliche Schwergewichte wie die Eisbären Berlin und Mannheimer Adler diktieren das Transfergeschehen auf Hospelts Spielniveau.
Und sollen bereits ihre Fühler ausgestreckt haben. Hospelt selbst wiegelt noch ab. „Ich bin mit meinem Agenten so verblieben, dass er erst einmal alles macht“, sagt der EHC-Star.
Hospelt gilt nicht als Abzocker und Wandervogel. Nach seinem Heimatverein Köln ist Wolfsburg erst seine zweite Profi-Station. 2008 war er zum EHC gekommen. Im Grizzly-Trikot wurde aus dem Talent einer der aktuell besten Deutschen in der DEL. „Ich habe Wolfsburg viel zu verdanken. Ich muss nicht auf Teufel-komm’-raus weggehen. Aber als Profi kann man nur bis Mitte, Ende 30 spielen. Meine Frau und ich wollen irgendwann auch Kinder haben. Deshalb muss man schauen, wie es mit dem Geld aussieht“, sagt Hospelt.
Aber, das betont er besonders: „Wolfsburg ist mein erster Ansprechpartner.“ Die Gespräche hat es längst gegeben, mittlerweile ist die Konkurrenz dabei, ihre gut dotierten Angebote für Hospelt abzugeben. „Falls ein sehr guter Vertrag kommt, würde ich anschließend aber immer noch einmal mit dem EHC sprechen. Wegen ein paar tausend Euro mehr pro Jahr muss ich nicht wechseln. Meine Frau und ich fühlen uns wohl in Wolfsburg.“
Die Meinung seiner Frau Julia ist Hospelt wichtig. Das Paar kam gemeinsam nach Wolfsburg. „Und wir gehen auch überall zusammen hin. Klar, dass sie da ein großes Mitspracherecht hat.“ Julia Hospelt arbeitet in Wolfsburg in einem Kindergarten. Sie und ihr Mann sind in der Stadt heimisch geworden. „Wolfsburg ist unser Zuhause.“
Eine Saison auf jeden Fall noch. Aber auch darüber hinaus? „Es wird schwer“, ließ EHC-Sportdirektor Charly Fliegauf bereits verlauten. Die Abschiedssaison droht…
