Logo
Wolfsburg

Schlimmster Serienstraftäter der Stadt wird zu Therapie und Haft verurteilt

20-Jähriger überfiel im Drogenrausch einen Taxifahrer und stahl auf Entzug in DOW-Personalräumen

Hendrik Rasehorn

Das war es vorerst für Kerim. Der 20-Jährige, der in Wolfsburg schon in frühester Jugend hunderte Straftaten beging, wurde gestern vom Landgericht Braunschweig zu Drogentherapie und Jugendhaft – drei Jahre und drei Monate – verurteilt.

Im April 2008 ließ sich Kerim zu einer Party nach Hehlingen kutschieren. Er prellte die Taxifahrerin um den Fahrpreis und stahl eine Dose aus dem Auto. Bei der Party traf er drei Freunde. Das Quartett war dort nicht erwünscht, die Gastgeber alarmierten die Polizei. Bevor die Beamten eintrafen, stiegen die vier in ein anderes Taxi in Richtung Wolfsburg.

Sie lotsten den 77-jährigen Fahrer durch die Innenstadt. Auf Höhe der August-Horch-Passage stahl Kerim – er saß auf dem Rücksitz – aus der Jackentasche des Fahrers eine Digitalkamera und aus der Mittelkonsole ein Ladekabel.

Der Rentner berichtete, wie eine Krake seien plötzlich an seiner Kleidung Hände am Wühlen gewesen, er sei schließlich aus dem Auto geschubst worden. Das Auto rollte los und krachte gegen einen Pfeiler – Schaden 3000 Euro.

Neben Kerim war ein 25-Jähriger angeklagt, der bei der Tat auf dem Beifahrersitz saß. Ihm konnte die Staatsanwaltschaft keine Tatbeteiligung nachweisen, vor allem weil sich der 77-Jährige nur noch schlecht an die dramatischen Sekunden erinnern konnte.

Kerim erklärte, er habe den Fahrer keinesfalls attackiert, aber den Diebstahl räumte er ein. Er sei bei der Tat bekifft und alkoholisiert gewesen. Eine Gutachterin attestierte ihm eine ausgeprägte Drogensucht.

Der Fall wurde zunächst vor dem Amtsgericht verhandelt. Nur zwei Tage nach Verhandlungsauftakt durchwühlte der Jungkriminelle im Designer Outlets Wolfsburg (DOW) die Personalräume und stahl eine Geldbörse mit 200 Euro sowie ein Handy. Er sei auf Drogenentzug gewesen, habe sich mit seiner Beute Kokain, Marihuana und Ecstasy besorgt. Auf dem Portmonee, das er später in einen Briefkasten schmiss, hinterließ er einen Fingerabdruck. Damit konnte die Polizei ihn identifizieren.

Kerim soll nun eine längerfristige Entzugstherapie antreten und im Anschluss noch eine Jugendstrafe verbüßen.

Anzeige
Zum Artikel
Veröffentlicht: 21.07.2009 - 23:45 Uhr
+ - Textgröße drucken
Fotos & Videos
ANZEIGEN
ANZEIGE
E-Paper
Titelseite
Die elektronische Ausgabe Ihrer Zeitung – Jetzt lesen!
ANZEIGE
ANZEIGE