Nachtschicht und Wohnungen in Wolfsburg durchsucht
Wolfsburg Mit Razzien ging die Polizei am Mittwoch in Wolfsburg gegen Anabolika-Händler vor. Im Visier der Fahnder: Privathäuser und die Disco Nachtschicht.
Fahndern der Polizei und des Zolls gelang am Mittwoch laut eigener Aussage ein „Schlag“ gegen den organisierten Anabolika-Handel. Insbesondere in Wolfsburg sowie in Braunschweig rückten die Ermittler zu Razzien aus. Hausdurchsuchungen gab es außerdem in vier weiteren Bundesländern.
Nach WN-Informationen soll ein Mitarbeiter der Diskothek „Nachtschicht“ als einer der Hauptverdächtigen gelten. Ihm wird vorgeworfen, in Wolfsburg offenbar einen schwunghaften, illegalen Handel mit Muskelaufbaupräparaten betrieben zu haben. Um 6 Uhr morgens stürmten die Ermittler die Wohnung des Mannes in der Stadtmitte. Er soll sich derzeit in Polizeigewahrsam befinden. Vormittags wurde dann die Diskothek in der Porschestraße über mehrere Stunden lang bis auf den letzten Winkel gefilzt. Rund ein Dutzend Beamte in Uniform und Zivil durchsuchten das Partydorf, trugen Kisten, Kassen und anderes Beweismaterial heraus. Auch ein Spürhund kam zum Einsatz.
Auf die Spur des Verdächtigen kam die Polizei offenbar durch Ermittlungen gegen weitere Verdächtige. So soll angeblich bei der Verhaftung eines mutmaßlichen Anabolika-Kunden aus Wolfsburg dessen Rechner und darauf der entlarvende Mailverkehr mit dem Disco-Mitarbeiter sichergestellt worden sein. Dieser wurde wohl bereits längere Zeit observiert, so gerieten weitere Verdächtige in Wolfsburg und in anderen Städten ins Visier.
Eine weitere Hausdurchsuchung soll bei einem Disco-Mitarbeiter in Fallersleben stattgefunden haben. Der Besitzer eines Cafés im Stadtteil Mitte-West wurde angeblich am Mittwoch ebenfalls kurzzeitig festgenommen. Als die Beamten schon an dessen Wohnungstür standen, soll er noch versucht haben, mit einem Sprung aus dem Fenster zu fliehen. Besuch von den Beamten soll auch seine Geschäftspartnerin bekommen haben. Sie sei abgeholt worden, um den Ermittlern das Lokal aufschließen. Des Weiteren soll ein Fitnessstudio durchsucht worden sein.
Bereits morgens um 6 Uhr wurde die Kaufhof-Kneipe „The Other Place“ durchsucht, die zum Umfeld des Rockerclubs „Hells Angels“ zählen soll. Aus dem Umkreis des Lokals war zu erfahren, dass sich im Keller der „Nachtschicht“ auch ein Teil des Getränkelagers der Rocker-Kneipe befindet. Außerdem werden in der Disko Produkte der Hells-Angels-Getränkelinie „81“ vertrieben. Wohl nur deshalb sei es zur Durchsuchung im „The Other Place“ gekommen, wurde am Mittwoch gemutmaßt. Mitarbeiter der Kneipe seien nicht das Ziel von polizeilichen Maßnahmen gewesen, hieß es, und mit Anabolika-Handel habe man außerdem nichts am Hut.
Die Ermittlungen in Wolfsburg und Braunschweig leitete die Zentrale Kriminalinspektion der Polizeidirektion Braunschweig. Bis zum Abend wurden weitere Objekte durchsucht. Ein vorläufiges Ergebnis will die Polizei am Donnerstag um 14 Uhr bei einer Pressekonferenz in Braunschweig verkünden. Unklar ist, ob die Nachtschicht in den nächsten Tagen für den regulären Disco-Betrieb öffnen wird.
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Razzia in der Nachtschicht
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