Durchreisende campierten bei Fallersleben
Wolfsburg Französische Roma suchten in Wolfsburg erfolglos nach Rastmöglichkeiten. Von der Stadt sind sie mehrfach weggeschickt worden.
Viele rätselten über die acht Campingwagen, die seit Dienstagabend auf einer Wiese nördlich der Landstraße zwischen Fallersleben und Sülfeld standen. Gerüchte über „Zigeuner“ und „desorientierte Camping-Urlauber“ veranlassten die WN, dem nachzugehen.
Es stellte sich heraus: Bei den „Campern“ handelte es sich um eine französische Roma-Familie. Die rund 50 Personen sind auf dem Weg nach München und planten, bis Samstag in der Stadt zu bleiben. „Auf den Camping-Platz am Allersee wurden wir nicht gelassen, weil unsere Wagen zu groß sind. Überall sagt man uns, wir können hier nicht bleiben“, berichtete einer der Roma am Donnerstag den WN. Verärgert erzählte der Mann: „Wir fühlen uns unerwünscht, obwohl wir dazu bereit sind, für einen Platz oder wenigstens einen Müll-Container zu zahlen.“
Einige Bürger waren besorgt: „Es gibt dort weder Versorgungs- noch Entsorgungsmöglichkeiten. Was passiert mit dem Müll oder den Fäkalien von 50 Personen? Woher nehmen sie ausreichend Frischwasser?“, fragte sich eine Leserin, die sich an die WN wandte, aber nicht namentlich genannt werden wollte. „Man muss in dieser großen Stadt doch einen Platz finden, an dem die Durchreisenden rasten können.“
Vor rund 15 Jahren hat es so ein Grundstück in der Hubertusstraße gegeben. „Die Stadt sieht sich aber nicht mehr in der Verpflichtung, einen solchen Platz zu verwalten“, sagt Ordnungsamtsleiter Friedhelm Peter. Es kämen nur noch selten Roma durch Wolfsburg, der Aufwand lohne sich nicht.
„Am Dienstag ließen sie sich bereits am Allerpark Richtung Vorsfelde nieder. Nachdem wir sie dort weggeschickt haben, rasteten sie auf dem Festplatz. Dieser wird am Wochenende gebraucht, deshalb konnten sie dort nicht bleiben“, erläutert der Ordnungsamtsleiter.
Nachdem Bürger das Ordnungsamt informiert hatten, forderten die Beamten die Roma auf, nun auch den Platz an der Gifhorner Straße aufzugeben. Am Donnerstag um 14 Uhr verließen sie ihr Lager.
