Discostadl kommt ins Imperial
2002-11-14T20:30:00+0100Music-Park-Concepts zieht bis Mitte 2003 ins ehemalige Kino – Partys nach dem Skihüttenkonzept
Anton aus Tirol lässt grüßen: Bis Mitte 2003 wird das europäische Unternehmen Music-Park-Concepts (MPC) im ehemaligen Imperial-Kino einen Discostadl eröffnen. Das teilte gestern Eigentümer Torsten Pohl im Gespräch mit der WN mit. Abgefahrene Partys, jede Menge Schlager- und Partymusik sowie die aktuellen Charts im Ambiente einer Skihütte sollen an den Skiurlaub in den Bergen erinnern. Zielgruppe: 18 bis 80 Jahre.
Erst vor rund einer Woche hatte Torsten Pohl alle 700-Kino-Stühle des Imperial verschenkt. "Ein bisschen Wehmut war schon dabei", gesteht er. Vor allem Privatleute hätten sich für die Stühle interessiert. "Viele haben von ihren Kindheitserlebnissen erzählt, von ihrem ersten Kinobesuch oder ihrem ersten Kuss im Imperial. Der Abschied vom Kino fiel uns nicht leicht. Es war mit Abstand das schönste Kino weit über die Grenzen von Wolfsburg hinaus", berichtet er. Doch auch auf das Neue freut er sich.
Der Umbau der Kinos Imperial, Bambi, Smoky und die frühere Discothek Paradise zum Discostadl mit einer Fläche von etwa 900 Quadratmetern hat mit dem Abbauen der Stühle begonnen. Alle Kinoflächen sollen zur Disco werden. Dafür zeichnet Architekt Herbert Schmerschneider aus Neuhaus verantwortlich. "Der Discostadl ist für den Wolfsburger Unterhaltungsbereich eine Bereicherung", so Torsten Pohl. "Er hebt sich von anderen Veranstaltungen in der Stadt ab."
Großdiscothekenkonzepte von Music-Park-Concepts gibt es derzeit auch in England, Österreich und der Schweiz. In Deutschland hat MusicPark-Concepts 26 solcher Konzepte, zum Beispiel in Karlsruhe oder Darmstadt. Die Fachzeitschrift "Diskret" wählte in diesem Jahr drei Music-Park-Konzepte, darunter das in Kassel, in die Top 20 der Vergnügungsstätten Deutschlands.
Hans Pohl, der vor 55 Jahren das erste Lichtspielhaus in Wolfsburg gründete, eröffnete 1956 das Imperial und das Bambi in der Porschestraße. 1973 kam das Raucherkino Smoky hinzu, das zuletzt ein Pornokino war. 1983 überließ Hans Pohl seinem Sohn Torsten das Kino. Er und seine Frau Marie-Luise sind weiterhin als Berater tätig. Im März 2001 schloss das Imperial schließlich für immer seine Türen. Grund: die wirtschaftliche Lage der kleinen Kinos. "Mit dem Cinemaxx in Wolfsburg und in Braunschweig waren schließlich zu viele Leinwände in der Umgebung", sagt Torsten Pohl.


