Die Zuckerrübe ist ein Sonnenkraftwerk
Peine Energie pur entsteht derzeit auf einigen tausend Hektar mit vielen kleinen Sonnenkraftwerken: Zuckerrüben
Sie liefert Zucker, Energie wie auch Sauerstoff – die Zuckerrübe ist vielseitig. Um dies zu erklären, hat der regionale Zuckerrüben-Anbauerverband Niedersachsen-Mitte vielerorts Info-Tafeln aufgestellt. „Uns ist es wichtig, die Bedeutung und die Vielfalt der Zuckerrübe der Bevölkerung bewusstzumachen“, sagt der Köchinger Landwirt Jens Growe. Er bewirtschaftet – neben Weizen, Hafer, Gerste und Raps – 30 Hektar Zuckerrüben, „das ist hier traditionell“, sagt er. „Auch meine Vorfahren haben schon Zuckerrüben angebaut.“
„Sonnenkraftwerk“ nennt der Anbauerverband die Zuckerrübe, denn sie wandelt Kohlendioxid und Wasser unter Einsatz von Sonnenenergie in Zucker um: Der Zucker eines Hektars Rüben entspricht bei einer guten Ernte dem Jahresverbrauch von 400 Menschen. „Quasi nebenbei entsteht lebensnotwendiger Sauerstoff“, wird auf den Tafeln weiter erklärt, auf einem Hektar so viel, dass es jährlich für 120 Menschen reicht.
Und auch das ist nachzulesen: „Die Produktion von Zucker ist die Hauptaufgabe der Zuckerrübe. Der Zucker entsteht nämlich nicht erst in der Zuckerfabrik, sondern bereits auf dem Rübenfeld.“ Die Zuckerfabrik diene nur noch dazu, den auf dem Feld gewachsenen Zucker von den Nichtzuckerstoffen zu trennen.
Inzwischen habe sich der Nutzen der Rübe auch erweitert. Ein Teil werde für die Herstellung von Bioethanol verwendet. Durch ihren hohen Energieanteil sei sie ein interessanter Rohstoff. „Von einem Hektar lassen sich 7 000 Liter Bioethanol herstellen“, nennt Dr. Clemens Becker, Geschäftsführer des Verbandes.
