Rocker-Party war friedlich, Polizei kontrollierte massiv
Helmstedt Ein Großaufgebot der Polizei begleitete am Samstag die Eröffnung von Clubräumen der Rockergruppe Red Devils. Nennenswerte Zwischenfälle blieben aus.
Während die Motorrad-Rocker, die als Unterstützer- und Nachwuchsorganisation der berüchtigten Hells Angels gelten, ganz entspannt in ihrem neuen Domizil am Papenberg feierten, sicherte die Polizei alle Zufahrtstraßen in die Innenstadt ab. Gegen 18.30 Uhr begannen die Fahrzeugkontrollen, auch an den Autobahnabfahrten. „Wir mussten damit rechnen, dass Vertreter der Rocker-Szene aus Hannover nach Helmstedt kommen“, sagte Polizeisprecher Thomas Figge. Um mögliche Auseinandersetzungen mit den verfeindeten Bandidos aus dem Raum Magdeburg im Keim zu unterbinden, habe Helmstedt am Samstagabend und in der Nacht zu Sonntag einen der größten Polizeieinsätze seiner Geschichte erlebt. Hundertschaften der Polizei aus Hannover und Braunschweig unterstützten die örtlichen Einsatzkräfte.
Sämtliche Wege und Straßen zum Kneipenobjekt am Papenberg waren fest in der Hand der Polizei. „Wir wollten klar machen, dass die Beamten keinerlei Verstöße hinnehmen würden“, berichtete Figge gegen 2 Uhr am Sonntagmorgen, als sich die friedliche Rocker-Party bereits ihrem Ende näherte. Es habe zahlreiche Identitätsfeststellungen und Durchsuchungen von Personen und Fahrzeugen gegeben. „Die Beamten stellten einen Baseballschläger, ein Brecheisen, eine Softair-Maschinenpistole, den abgesägten hölzernen Handlauf eines Treppengeländers und zwei Messer sicher“, zog Figge Bilanz.
Einige Personen hätten einen Platzverweis erhalten, sie durften sich dem Papenberg nicht nähern.
Als die Party der Helmstedter Red Devils gegen 20 Uhr begann, zählte die Polizei rund 30 Besucher. Diese Zahl stieg laut Figge im Laufe der Nacht auf etwa 200 an. Sympathisanten und Bandenführer aus der Rockerszene von Wolfsburg, Salzgitter, Stendal, Salzwedel, Berlin, Braunschweig und Hannover seien vertreten gewesen. „Die Nacht blieb insgesamt aber weitgehend ruhig. Das offensive Konzept und die starke Präsenz der Polizei waren erfolgreich“, meinte der Sprecher.
Im Vorfeld der Veranstaltung hatte es Befürchtungen der Ordnungshüter gegeben, dass es zu einer Konfrontation zwischen den Hells Angels und der rivalisierenden Rockerbande der Bandidos kommen könnte, die im Raum Magdeburg das Rotlichtmilieu und die Glücksspielszene dominiert. Nach Einschätzung der Polizei könnte die Eröffnung der Clubräume der Red Devils in der Helmstedter Innenstadt einen Versuch der übergeordneten Hells Angels darstellen, territoriale Ansprüche zu untermauern oder gar in Richtung Osten auszuweiten (wir berichteten).


