Mit Rauschbrille griffen Schüler daneben
Schöningen Wie sich das Trinken von drei Gläsern Bier auswirken kann, erlebten Schüler in Schöningen. Mit der Rauschbrille gab es Probleme beim Auffangen.
Die Mädchen und Jungen der 8. Klasse des Gymnasiums Anna-Sophianeum Schöningen war beeindruckt. Mit eingeschränkter und verzerrter Sicht durch die Rauschbrille war nicht nur das Händeschütteln eine sehr schwierige Aufgabe, sondern das Auffangen eines fallenden Schlüssels war fast unmöglich. Anlässlich der 5. Schöninger Suchttage suchten einige Schulklassen das Jugendfreizeitzentrum Schöningen auf, wo verschiedene Organisationen und Institutionen am Informationstag für Schulen über die Folgen verschiedener Suchtformen informierten.
„Das hätte ich nicht gedacht“, resümierte Morten John nach dem Versuch mit der Rauschbrille, die 0,8 Promille simuliert, und auch Gerrit Kuhn fing die Frisbee- Scheibe erst beim zweiten Versuch und „mit ganz viel Konzentration“, wie er offen zugab.
Reaktionen, die Carsten Brandt, dem zweiten Vorsitzender vom Verein des Selbsthilfezentrums Lichtblick, nicht fremd sind. „Viele Menschen unterschätzen den Einfluss von geringen Mengen Alkohol und meinen noch voll fahrtauglich zu sein“, erklärte er. „Dass Alkohol und Autofahren, beziehungsweise Fahrrad- oder Mofafahren niemals zusammenpassen, merken einige erst, wenn es zum Schlimmsten gekommen ist.“ Damit es bei den Schülern gar nicht erst so weit kommt, integriert Brandt in seinen Vorträgen und Diskussionen die Promillebrille in praktische Experimente. Mit Erfolg.
Doch Alkoholdelikte allein sind schon längst nicht mehr das einzige Problem. „Die Zahl der Verkehrsteilnehmer unter Drogeneinfluss ist in den letzten Jahren gestiegen“, berichtete Nico Ogrowsky von der Schöninger Polizei. Dies bedeute nicht, dass die Zahl der Drogenkonsumenten zugenommen hätte, sondern, dass bessere Methoden zur Verfügung stehen würden, die den Drogenkonsum nachweisen können.
Darüber hinaus informierten an diesem Vormittag Vereine, Institutionen und Organisationen, wo junge Menschen Hilfe suchen können. Neben der Suchthilfe des Diakonischen Werkes berichteten auch die ADHS Regionalgruppe Schöningen und Pro Familia über ihre Arbeit. In vielen Einrichtungen gebe es indessen männliche und weibliche Ansprechpartner, um Hemmschwellen zu überwinden.



