Drei Jungs fordern nicht nur – sie planen eine BMX-Anlage
Süpplingen Nord-Elms Samtgemeinde-Bürgermeister Matthias Lorenz staunte nicht schlecht, als ihm drei Jugendliche konkrete Pläne für eine BMX-Anlage vorlegten.
Quentin Fiebig (13), Jan Raulfs (14) und Jan Völker (15) trugen ihr Anliegen einfach mal ganz persönlich vor – sie würden gern eine sogenannte „Dirt-Strecke“ in Süpplingen installieren. „Im ersten Augenblick wusste ich gar nicht, was die drei meinen“, blickt Lorenz schmunzelnd zurück.
Schnell aber war er beeindruckt von dem Engagement der Jugendlichen, die schon konkrete Vorschläge erarbeitet und sogar Fotos von potenziellen Flächen mitgebracht hatten. „Eine tolle Vorarbeit,“ lobte er das gezielte und kreative Vorgehen der Jugendlichen.
Seit knapp einem Jahr sind die drei Süpplinger Quentin Fiebig, Jan Raulfs sowie Jan Völker begeisterte BMX-Fahrer. „Bei dieser in den 60er Jahren in den USA entstanden Sportart geht es darum, mit dem BMX-Rad verschiedene Stunts und Tricks auszuführen“, erklärt Quentin Fiebig. „Trotz der verschiedenen Stile geht es im Grunde genommen um Geschicklichkeit, Geschwindigkeit und Körperbeherrschung. Und Mut und den Willen, es zu schaffen“, beschreibt Jan Völker die Besonderheit beim Fahren. „Was ebenfalls dazu gehört sind Blessuren und Schürfwunden“, ergänzt Quentin lachend und zeigt auf seine Knieschoner. „Ja, aus Erfahrungen lernt man eben“, schmunzelt er.
Bislang üben die drei nach den Geschäftszeiten vor der Volksbank oder auf Süpplingens Straßen. Gelegentlich auch auf der Skateranlage in Helmstedt oder im Walhalla (Skatehalle in Braunschweig), „doch das ist immer ein irrer Aufwand und mit Kosten verbunden. Und Fahrradwege nach Helmstedt gibt es auch nicht“, beschreibt Jan Raulfs die momentane Situation. Durch Zufall seien sie auf das ehemalige Gelände von Thermo-Klinker gestoßen, „der ideale Ort für eine Dirt-Strecke. Auf dem Gelände könnten verschiedene Schwierigkeitsgrade installiert werden, die sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene attraktiv wären.“ Auch kleinere Kinder könnten hier ungestört das Fahrradfahren erlernen, betonen sie im Hinblick auf das steigende Verkehrsaufkommen im Ort.
Nachdem die Idee geboren war, fassten sie ihre Vorschläge schriftlich zusammen und suchten Matthias Lorenz auf. „Herr Lorenz hat aufmerksam zugehört, gezielt nachgefragt, unser Anliegen aufgenommen und in einer Ratssitzung verkündet“, berichteten die drei.
„Ich bin davon überzeugt, dass der Süpplinger Rat gemeinsam mit den Jugendlichen eine Möglichkeit der Umsetzung finden wird. Wie diese aussehen kann, wird momentan geprüft. Weitere potenzielle Flächen sind ausgemacht, und wir werden in Kontakt zu den Eigentümern treten“, fasst Lorenz die nächsten Schritte zusammen. „Wir wollen auf jeden Fall etwas für die Jugendlichen in unserer Region tun. Und hier haben wir nun ein Projekt von Jugendlichen für Jugendliche und Kinder. Eine tolle Chance, generationsübergreifend zusammenzuarbeiten“, freut sich Matthias Lorenz.
