Blick hinter die Kulissen am Filmset zur „Banklady“
Helmstedt Die Dreharbeiten für den Kinofilm „Banklady“ in Helmstedt sind in vollem Gange. Regisseur und Darsteller gewährten einen Blick hinter die Kulissen.
„Kamera läuft … und Ruhe bitte!“ Die Action bei den Dreharbeiten zum Kinofilm „Banklady“ spielt sich eine Etage über uns ab. In einer Wohnung an der Schulstraße in Helmstedt. Während die Journalisten unten warten, plant das Darstellertrio den nächsten (fiktiven) Banküberall.
Nachdem die Szene im Kasten ist, dürfen wir ’rauf zur miefigen Kammer, wo Nadeshda Brennicke (in der Rolle der „Banklady“), Charly Hübner und Andreas Schmidt (als ihre Komplizen) einen Kriminalfall fürs Kino spielen, den es in den 60er Jahren tatsächlich gegeben hat. Und der in Norddeutschland vor allem in der Boulevardpresse für Schlagzeilen auf den Titelseiten gesorgt hat
Die Hauptdarstellerin höchstpersönlich hat die Geschichte der Hamburgerin Gisela Werler aufgegriffen, sie dem Regisseur Christian Alvart vorgeschlagen; der war sofort Feuer und Flamme – und dann ging es zur Produktionsfirma. 4 Millionen Euro beträgt das Budget, 1 Million wird davon für den Dreh an 24 Tagen in Bremen und Niedersachsen ausgegeben. Das Land fördert den Film durch die Mediengesellschaft Nordmedia mit einer halben Million.
Summen, von denen die Bankräuber von einst nur träumen konnten. „Die Banklady mit den hübschen Beinen“ (so titelte die Hamburger Morgenpost am 30. August 1966) machte bei einem Raubzug in Garlstorf-Harburg 6500 Mark an Beute.
Dieses und andere Verbrechen hat die Filmcrew vor Tagen in Schöningen, Offleben und Lauenburg in Szene gesetzt. Weitere Drehorte waren Grasleben und eben die Gebäude inklusive Wohnung auf dem Gelände einer ehemaligen Pumpenfabrik in Helmstedt. Die „Location“ wie Filmleute sagen, passte so gut ins Konzept, dass sie dort auch die Aufnahmen fürs Verhör bei der Polizei sowie für eine Szene in einer Zeitungsredaktion gedreht haben.
Die Einstellung, die gestern Nachmittag in den Kasten musste, ist eine Schlüsselszene: Es ist der Moment, wo die weibliche Hauptfigur realisiert, dass ihr Geliebter ein Bankräuber ist. Das Geld, was im Film zu sehen sein wird, sind in Wahrheit kopierte Papierscheine.
Nadeshda Brennicke, unter anderem bekannt aus der Fernsehserie „Die Straßen von Berlin“, ist in der Rolle der Gisela Werler nicht gleich auf Anhieb zu erkennen. Die Maske hat ihr Sommersprossen und eine größere Nase verpasst. Auch die Haare sind kurz und wurden für den Dreh tatsächlich abgeschnitten.
Charly Hübner, der seit zwei Jahren in der Rolle des Rostocker TV-Kriminalhauptkommissars Alexander Bukow im „Polizeiruf 110“ Verbrecher jagt, ist unverkennbar. Hünenhaft, faltenlos (dank Schminke?) und selbst im „Hochwasser-Anzug“ elegant. Am vergangenen Sonntag spielte er in einem alten Tatort den Bösewicht. In der Szene, als er seinen Mord gesteht, weint und bibbert die Figur vor Scham. Wie kriegt man das auf Knopfdruck hin?, möchten wir von ihm erfahren. „Dafür bin ich Schauspieler. Wenn ich weiß, jetzt kommt eine Nahaufnahme, dann haut man sich eben rein, ruft Emotionen ab, die Tränen auslösen“, erklärt der Darsteller. Notfalls helfen Augen-reizende Spezialcrêmes.
Gegenüber dem Kino- oder Fernsehzuschauer hat er übrigens einen Nachteil – zumindest bei den Produktionen, in denen er mitgewirkt hat. „Meine Filme sehe ich nicht so gern an, weil ich oft etwas finde, was man hätte besser machen können.“
Den Filmstart der „Banklady“ wird er zusammen mit Regisseur, Produzenten und Schauspieler-Kollegen Andreas Schmidt, Ken Duken und Heinz Hoenig feiern. Wo und wann die Premiere stattfindet, steht noch nicht fest. Was sie sich bis dahin wünschen, benennt Produzent Sigi Kamml: „Gut Licht, gut Ton und volle Kassen!“

