Kindergarten für Kreis- und Stadtbeschäftigte vorgeschlagen
Gifhorn Bis in den Abend wurde im Gifhorner Kreistag diskutiert. Die Mehrheit lehnt eine Gasförderung sowie eine zweite Sporthalle fürs Humboldt-Gymnasium ab.
Die positivste Nachricht versteckte sich hinter einem eigentlich marginalen Tagesordnungspunkt der Kreistagssitzung am Donnerstag. Im Zuge der Debatte über den Personalbericht 2011 schlug die CDU vor, über einen eigenen Betriebskindergarten für Stadt- und Kreisbeschäftigte nachzudenken.
Immerhin sind bei der Kreisverwaltung mittlerweile 807 Personen beschäftigt, davon seien 230 Frauen, aber nur 26 Männer in Teilzeitbeschäftigung, wie Lothar Lau (CDU) vortrug. Die im Vergleich hohe Krankenquote von sechs Prozent müsse dazu führen, dass über Veränderungen und Verbesserungen nachgedacht werde.
Landrätin und Verwaltungschefin Marion Lau sagte, dass sie aufgrund der vorliegenden Zahlen dem nichtöffentlichen Kreisausschuss in der nächsten Sitzung ein Personalentwicklungskonzept vorlegen wolle. Den Vorschlag eines Runden Tisches mit der Stadt zum gemeinsamen Kindergarten strebe sie ebenfalls an.
Die Beschlussvorlage der Verwaltung, ab 1. Juli 2013 die Kassengeschäfte der zentralen Abrechnungsstelle vom Deutschen Roten Kreuz wieder in das Kreishaus zurückzuholen, stieß bei der Opposition – die sie dort gut aufgehoben sah – auf Ablehnung. „Wenn das unsere Verwaltung besser kann, dann soll sie es auch machen“, erklärten hingegen Grüne/Piraten/Linke-Fraktionschef Fredegar Henze und Detlev Tanke (SPD) übereinstimmend. Sichergestellt sei, dass die DRK-Mitarbeiter eine Übernahmeangebot erhielten.
Eine fast einstündige Debatte entwickelte sich zur Erdgasförderung, dem sogenannten Fracking auf dem Gebiet des Landkreises. Obwohl sich der Großteil des Kreistages einig war, Bohrungen dieser Form zu verbieten, stritt man sich um die Form des Beschlusses.
Nicole Wockenfuß (Grüne) erläuterte, dass damit erhebliche Umweltbelastungen einhergingen, die eingesetzten Chemikalien giftig wären und auch die Entsorgung der Abwässer ungeklärt sei. Dem stimmten bis auf die FDP alle zu.
Auch die Resolution „Krippenplätze statt Betreuungsgeld“, die schließlich durch Stimmen der Mehrheitsgruppe beschlossen wurde, war durch verbale Angriffe gekennzeichnet. Der Kreistag forderte darin das Land auf, sich beim Bund für die Nichtumsetzung einzusetzen.
Uneinigkeit herrschte auch beim Thema zweite Sporthalle für das Humboldt-Gymnasium (HG). Mehrheitlich wurde ein Neubau abgelehnt, der Finanzierung des Schülertransports vom HG zur Sporthalle Nord aber zugestimmt.
