Im Berufsverkehr rollt die Blechlawine nur im Schritttempo
Calberlah Die K 114 ist ab Tankumsee-Kreuzung gesperrt. Der Verkehr gen Wolfsburg wird über die L 292 umgeleitet. Im Schichtverkehr kommt es zu Rückstaus.
Morgens kurz vor 9 Uhr scheint die Welt wieder beinahe in Ordnung. Der Rückstau an der Ampelkreuzung ist mit etwa 20 Fahrzeugen überschaubar. „Es sind deutlich mehr Lastwagen dabei als sonst um diese Zeit“, stellt Lydia Meier fest. Sie schiebt ihr Fahrrad über die Straße. „Ich bin schnell zu Fuß, aber außer an der Ampel kommt man hier momentan nirgends rüber“, berichtet sie. Und: „Mir tun die Leute leid, die das vor der Haustür ertragen müssen“.
Auch Kerstin Kroll überquert mit dem Fahrrad an der Ampel die Straße. Weil die Auswirkungen des Staus bis nach Isenbüttel zu spüren sind, hat sie von dort kommend den Umweg über Wasbüttel gewählt, um in Calberlah einzukaufen. „Ich wollte den Abgasen der im Stau stehenden Autos entgehen“, sagt sie.
Zwei berufsbedingte Frühaufsteher sitzen beim morgendlichen Stau in der ersten Zuschauerreihe. Bäckermeister Eberhard Hedwig und Verkäuferin Sonja Holzborn haben die Blechlawine von 5 Uhr an vor Augen. „Zeitweise reicht der Stau bis hinter die Kanalbrücke und rein nach Isenbüttel“, berichtet Hedwig.
Für ihn ist die Terminierung nicht nachvollziehbar. „Wenn sie bis zum Werksurlaub in der nächsten Woche gewartet hätten, wäre es nicht so schlimm geworden“, meint Hedwig. Erst dann hofft er auf eine gewisse Beruhigung. Drei Wochen Bauzeit sind veranschlagt, um die Straßendecke östlich der Tankumsee-Kreuzung zu sanieren. Hedwig hat Zweifel, dass das eingehalten wird, und erinnert sich genau: „Die Sanierung der Kanalbrücke bei Edesbüttel hat statt drei Wochen vier Monate gedauert.“
Laut Holzborn leidet das Geschäft bereits unter den Staus. „Wenn die Autos stundenlang Stoßstange an Stoßstange stehen und niemand so einfach auf unseren Parkplatz kommt, holt die motorisierte Kundschaft ihre Brötchen lieber anderswo“, sagt sie und berichtet von gefühlt weniger Kunden in den Morgenstunden.
Die Mehrheit der Betroffenen scheint die Situation mit Fassung zu tragen wie Nachfragen bei Polizei und Verwaltung ergeben haben. „An uns sind nur vereinzelt Beschwerden herangetragen worden“, sagte Polizeisprecher Thomas Reuter. „Die Leute waren informiert, und bisher sind keine Beschwerden bei uns eingegangen“, teilte Anke Brechbühler von der Gemeindeverwaltung Calberlah mit.

