Braunschweiger gesteht tödliche Stiche auf Stiefvater
Stralsund Vor dem Landgericht Stralsund muss sich seit heute ein 28-jähriger Braunschweiger verantworten. Er soll seinen Stiefvater heimtückisch ermordet haben.
Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines 55-jährigen Mannes aus Mecklenburg-Vorpommern hat der 28-jährige Stiefsohn aus Braunschweig die Tat eingeräumt. Er gestand am Montag im Stralsunder Landgericht, im Januar zusammen mit einem 27-jährigen Mitangeklagten in das Haus seines Stiefvaters eingedrungen zu sein. Dort habe er ihm erst mehrfach mit einem Schlagstock auf den Kopf gehauen und ihn dann mit einem Messer getötet.
Der Braunschweiger stritt aber ab, die Tat geplant zu haben. „Ich wollte meinen Stiefvater zur Rede stellen“, sagte er. Der Vater war 1995 in einem Prozess des sexuellen Missbrauchs an seiner Stieftochter angeklagt, aber freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft nimmt an, dass der Stiefsohn für diesen mutmaßlichen Missbrauch Rache üben wollte.
Der Angeklagte sagte am Montag im Gericht, als Kind habe er miterleben müssen, wie der Stiefvater seine Stiefschwester vergewaltigt habe. „Meine Schwester hat geweint und geschrien, wenn er über sie hergefallen ist.“ Noch bevor er zehn war, verließ seine Mutter zusammen mit ihm und seinen Geschwistern den Ort und zog nach Niedersachsen.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 28-Jährigen Mord vor, weil er heimtückisch und aus niederen Beweggründen seinen Stiefvater getötet haben soll. Dem Mitangeklagten, einem Bekannter des mutmaßlichen Haupttäters, wird gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. dpa

