Ein Plan für die, die den ganzen Tag in Bewegung sind
Velpke „Das wichtigste Ziel ist, dass es den Kindern hier gefällt“, sagt Erzieherin Simone Meier.
Die Eltern sollen ruhigen Gewissens ihrer Arbeit nachgehen können. Klingt gar nicht so kompliziert. Damit aber die Unter-Drei-Jährigen wirklich gut betreut werden, bedarf es neben der berufstypischen Empathie der Erzieherinnen auch einer Reihe von Regeln und Rahmenbedingungen.
In der Velpker Kindertagesstätte mit ihren derzeit 15 Krippenplätzen wurde deshalb ein pädagogisches Konzept erarbeitet. „Das bekommen die Eltern schon bei der Anmeldung“, betont Sabine Kirsten. Und die Lektüre des Heftes wird allen wärmstens empfohlen.
Generell stellt der Beginn der Krippenzeit für Kinder und Eltern eine Zäsur dar. Die Eingewöhnung nach dem „Berliner Modell“ nimmt deshalb breiten Raum im Konzept ein. Die Eltern, erklärt Simone Meier, sind in dieser manchmal mehrwöchigen Phase mit in der Krippe. Sie verhalten sich aber eher passiv. „Das Kind soll wissen: Mama ist da“, so Meier. In dieser Zeit solle sich das Kind auch seine Bezugsperson unter den Erzieherinnen suchen. Erst, wenn sich das Kind auf so eine zwischenmenschliche Beziehung eingelassen habe, sei die Eingewöhnungsphase beendet. „Die Eltern müssen diese Zeit einplanen“, sagt Sabine Kirsten.
Darüber hinaus sei man vor allem bemüht, die Eltern stets auf dem aktuellen Stand zu halten und über besondere Ereignisse in der Krippe zu informieren. Spontane Tür- und Angel-Gespräche sind das eine. Zusätzlich würden zweimal im Jahr Entwicklungsgespräche mit den Eltern geführt. Darin erläutern die Erzieherinnen ihre Beobachtungen, die sie obligatorisch zu jeder Zeit anstellen. Um die Entwicklung der Kinder in Sachen Sprache, Wahrnehmung und Motorik gehe es da. Auch das Sozialverhalten spiele eine Rolle. „Im Umgang mit anderen Kindern entstehen Konflikte“, sagt Simone Meier. Mit denen kommt nicht jedes Kind gleich gut klar.
Zudem informiere man die Eltern mit Aushängen und Elternbriefen. Es gebe viele Fotos von Aktionen, für jedes Kind werde eine Mappe geführt, in der etwa Bilder und Basteleien zusammengestellt werden.
Wenig variabel sind naturgemäß die räumlichen Bedingungen. „Man kann sehr viel machen“, sagt Simone Meier – wenn man genug Platz hat. Denn vor allem darum gehe es. „Kinder sind immer in Bewegung“, so die Erzieherin, deshalb müsse ihnen genug Raum geboten werden. „Man muss gar nicht so viel Spielzeug haben.“ Die Räume sollen laut dem Konzept vor allem die Sinne anregen, etwa mit den verschiedenen Bereichen wie Bau- und Kuschelecke. Forscher- und Entdeckerinstinkte sollen angeregt werden: „Die Kinder entdecken den Raum täglich neu“, so Kirsten.
An ganz banalen Elementen der Einrichtung zeige sich auch die Entwicklung der Kinder. In der Küche zum Beispiel: „Die ganz Kleinen machen Krach mit dem Geschirr, die Großen fangen schon an, Kochen zu spielen“, so Simone Meier. Wichtig sei, dass Schlaf- und Gruppenraum getrennt sind, denn die Kleinsten würden auch am Vormittag ihren Schlaf brauchen.
Ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit soll den Kindern ein fester Tagesablauf bieten. Wann gespielt, gegessen oder geschlafen wird, ist genau festgelegt. Die Reihenfolge zu variieren, habe wenig Sinn, so Simone Meier. Ein fester Tagesablauf sei für die Kinder „die einzige Orientierungshilfe, die sie haben“, sagt Sabine Kirsten.
Abwechslung gebe es freilich jeden Tag bei den Angeboten im Spielkreis. Hier ist immer genug Raum für Überraschungen.
