„Müssen Urheber angemessen honorieren“
Ich bin dafür, dass Clubs angemessen für die Nutzung von Musik bezahlen. Denn es gibt kaum eine Branche, die Musik so intensiv nutzt, wie Clubs und Diskotheken. Ohne die Arbeit der Komponisten und Texter, deren Urheberrechte wir vertreten, wäre so ein Laden nichts als eine leere Betonhülle. Gleichzeitig möchte genau diese Branche die Musikautoren weiterhin mit einer völlig unangemessenen Bezahlung für ihre Leistung abspeisen.
Unsere neuen Veranstaltungstarife sorgen dafür, dass die Kreativen angemessen am wirtschaftlichen Erfolg eines Clubs beteiligt werden. Dabei ist Kern der neuen Tarifstruktur die Gleichbehandlung aller Veranstalter. Die bisherige günstige Pauschale für Clubs und Diskotheken entfällt, jede Nacht wird einzeln lizenziert. Genau wie für Vereinsfeste, Partys oder Musik im Schützenzelt gelten ab 2013 auch für Clubs 10 Prozent der Einnahmen durch Eintrittsgelder als Vergütungsgrundlage. Sollte diese 10-Prozent-Regel eine so deutliche Erhöhung zur Folge haben, wie gerne behauptet wird, kann man sich an einer Hand ausrechnen, wie wenig aktuell in manchen Clubs für die Arbeit der Musikurheber bezahlt wird.
Im Übrigen besagen Studien, dass die Eintrittsgelder im Schnitt lediglich 20 Prozent des Gesamtumsatzes in Clubs ausmachen. Sollten die Beispiele, nach denen Clubs zukünftig 100.000 Euro an die Gema bezahlen werden, wirklich stimmen, so gilt festzuhalten: 100.000 Euro an Lizenzbetrag bedeutet 1 Million Einnahmen allein aus Eintrittsgeldern. Wenn diese Summe 20 Prozent des Gesamtumsatzes darstellt, hätte der Clubbetreiber zirka 5 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Gema-Lizenz muss immer im Verhältnis zu diesem Gesamtumsatz beurteilt werden, denn dieser wird vor allem durch die Arbeit der Musikurheber generiert – diese Leistung muss endlich angemessen honoriert werden.
Damit werden die Vergütungssätze schließlich auch dem internationalen Vergleich standhalten, in dem die deutschen Clubs und Diskotheken bislang weit hinten liegen.

