Nacktbader mussten ihre Sachen packen

Braunschweig  Die Braunschweiger Polizei hat dem unter FKK-Freunden beliebten Nacktbaden am Bienroder See einen Riegel vorgeschoben. Und wohin nun?

Der Bienroder See – ein beliebter Ort zum Baden.

Foto: Norbert Jonscher

Der Bienroder See – ein beliebter Ort zum Baden. Foto: Norbert Jonscher

Es habe wiederholt Beschwerden gegeben, erklärt dazu Polizei-Sprecher Wolfgang Klages.

Nacktbaden ist in Braunschweig nicht verboten. Doch wer sich in der Öffentlichkeit anstößig verhält, genauer: eine „grob ungehörige Handlung begeht, die geeignet ist, die öffentliche Ordnung zu beeinträchtigen“ und das Schamgefühl anderer Menschen zu beinträchtigen, müsse mit einem Bußgeld rechnen. Das erklärt Adrian Foitzik, Sprecher der Stadtverwaltung, auf Anfrage unserer Zeitung. Kurzum, es geht auch um Sex in der Öffentlichkeit.

Am Bienroder See sollen nach Informationen unserer Zeitung FKK-Anhänger immer wieder zu weit gegangen sein. Klages: „Einige belassen es nicht dabei, sich nackt zu sonnen, sie schießen weit über das Ziel hinaus.“ Vor allem Männer.

Die Polizei will gegen sie künftig härter durchgreifen – auch, weil sich der neue Eigentümer des Geländes, der Klub Braunschweiger Fischer, beschwert hat. Unserer Zeitung sagte der Vorsitzende des Vereins, Hans Jäger, man störe sich nicht allein an dem Müll, der auf dem Gelände zurückgelassen werde. „Schaut man ins Internet, weiß man, was dort abgeht.“

Der Bienroder See gelte gewissermaßen als Insider-Tipp in bestimmten Kreisen, selbst käufliche Dienstleistungen könne man dort offenbar bekommen. „So was können wir natürlich nicht dulden, weil da ja auch unsere Kinder angeln.“ Künftig, kündigte Jäger an, werde man Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs stellen, sofern dort noch jemand nackt angetroffen werde.

In FKK-Kreisen stieß das Verbot auf Unverständnis. Anfang Mai waren sich FKK-Anhänger „aufs Höchste von einem Mitglied des Angelvereins beschimpft“ worden, beschwerte sich ein Leser unserer Zeitung, der sich mit seiner Frau am See aufgehalten hatte. Er verweist darauf, dass es jahrelang keine Probleme mit den Anglern gegeben habe. „Es baden auch viele ganz normale Leute dort, die nicht verstehen, warum das nicht mehr möglich ist.“

Die Polizei hatte die FKK-Freunde freundlich aufgefordert, sich anzukleiden. Und die Stadtverwaltung hat inzwischen damit begonnen, das hohe Gras regelmäßig zu mähen.

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